Finanzierung von Immobilien

„Kaufen ist billiger als mieten“ – mit diesem Slogan werben Banken seit Monaten für Immobilienkredite. Die Hypothekarzinsen sind am Boden, und Wohneigentum war selten so günstig zu haben. Davon lassen sich viele zum Immobilienkauf verleiten: Wie der Beobachter berichtet, vergaben die Schweizer Banken von Januar bis Juli 2010 Hypotheken im Wert von 20,4 Milliarden CHF. Diese Summe entspricht den durchschnittlichen Hypotheken von 55’000 Einfamilienhäusern. Doch für die Finanzierung des Eigenheims benötigen Käufer nach wie vor eine stattliche Summe an Eigenkapital. Auch werden die Kreditvergabevoraussetzungen bei den einzelnen Banken unterschiedlich gehandhabt – es lohnt sich also, sich vorab eingehend über Finanzierungsmöglichkeiten und Konditionen zu informieren.

Die entscheidenden Faktoren bei der Vergabe von Immobilienkrediten sind bei allen Banken die Bonität des Schuldners, die Eigen- bzw. Drittkapitalbeiträge, der Grundstückszweck, die Zusatzsicherheiten und teils die Amortisationen. Die Finanzierungsgrade schwanken von 40 % (Industriebauten) bis 80 % (vermietete Gewerbe- und Bürohäuser sowie Privatwohnimmobilien). Bei Privatpersonen wird zunehmend nur noch aufgrund der Einkommenskraft und unter Begründung/ Sicherungsabtretung einer Lebensversicherung finanziert. Bei Geschäfts-, Industrie- oder Gewerbeimmobilien verlangen die Banken zudem für eine Finanzierungszusage (nebst renditekonformen Gestehungskosten für Land und Gebäude) heute in der Regel einen Erfolgsnachweis. Das heisst, dass ein hoher Anteil, meistens 60% der Flächen, bereits in der Projektierungsphase vermietet oder verkauft sein muss. Bereits führt der Konkurrenzkampf unter den Banken führt aber wieder zu einer grosszügigeren Handhabung dieser Finanzierungspraxis.

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