Herschkowitz Daniel
Der Belegarztvertrag – Theorie und Praxis

Zürich / St. Gallen 2020
171 Seiten
Dike Verlag AG
CHF 54.00
ISBN 978-3-03891-131-9

Buchart

Buch (Kartoniert, Paperback)

RiU – LfE, 33

Inhalt / Rezension

Viele glauben es nicht, aber auch Ärzte, Spitäler und Krankenkassen befinden sich in einem strengen Wettbewerb:

  • Preisfestsetzung
    • Die Preise werden durch die Tarifpartner bestimmt
  • Kosten als Rentabilitätsfaktor
    • Eine Rentabilitätssteigerung ist nur durch eine Kostensenkung möglich
  • Personal als Kostenfaktor
    • Das Personal als grösster Kostenfaktor muss daher möglichst effizient eingesetzt werden
  • Belegarztsystem als Ausweg?
    • Anstatt eigene Chirurgen einzustellen, bieten Spitäler privat praktizierenden Ärzten Operations- und Behandlungskapazitäten – als sog. Belegarztsystem – an.

Im Belegarztsystem werden also die weiteren Kosten vom Spital übernommen. Der Spital kann so seine Infrastruktur besser auslasten und spart sich die hohen ärztlichen Personalkosten. Der Belegarzt ist umgekehrt von der Vorhaltung hoher Infrastrukturkosten für die Operationseinrichtung befreit.

Die Zusammenarbeit zwischen Spital und Belegarzt wird in einem Belegarztvertrag geregelt.

Das vorliegende Werk bietet einen Einblick in die Materie und v.a. Hintergrundinformationen:

  • Belegarztvertrag
    • Zukünftige Belegarztverträge sollten nach Ansicht des Autors das komplexe System besser berücksichtigen bzw. abbilden
  • 11 Verträge, die mit einem Mustervertrag verglichen wurden
  • Spiegelung des Belegarzt-Konzepts im Vertrag
  • Regelung der Zusammenarbeit

Praxisbeispiele aus dem Spitalalltag und aus der Rechtsprechung zeigen, dass die Inhalte des Vertrages und deren Umsetzung sich besser an die Realität anpassen müssten.

Eine fundierte Analyse der genauen Ausgangslage beider Parteien ist unerlässlich. Die Bezugspunkte sind:

  • Belegarzt und Spital
    • Der Belegarzt muss sich in ein hoch komplexes System integrieren:
      • Spitalstrategie
      • Wünsche der Geschäftsleitung
      • Zusammenarbeit mit dem Personal
      • Einfügen in eine Fachgruppe (in Konkurrenzsituation, mit Pflicht zur Zusammenarbeit)
      • vom Spital zur Verfügung gestellte Infrastrukturen und Dienstleistungen
    • im Vorfeld der Akkreditierung sind zu lösen und die Überlegung miteinzubeziehen
      • Rechtsform des Betriebes
      • Organisationsstruktur
      • rechtliches Umfeld
      • Risiken / Risikobeurteilung / adäquate Verteilung der Risiken
      • vertiefte Analyse des Spitals und dessen Rechtsbeziehungen
    • Guter Vertrag für beide Seiten als Instrument des Risikomanagements
  • Weitere Rechtsbeziehungen
  • Grundlagen für eine optimale Patientenversorgung und Zusammenarbeit
    • Beeinflussung der Arbeit des Belegarzts durch die Spital- bzw. deren Eignerstrategie
    • Änderungen des Angebotes durch neue Projekte als Chance oder Bedrohung wie
      • Aus-und Abbau der lnfrastruktur
      • neue Schwerpunktbereiche
      • Akkreditierung von spezialisierten Ärzten, welche die Konkurrenzsituation verschärfen können

Der Autor kommt zum Schluss, dass es von Vorteil wäre, wenn die Belegärzte sich vermehrt Gedanken über ihre Rolle im Spital machen und, falls möglich, in die Betriebe investieren würden. Dadurch hätten sie mehr Einfluss auf Strategie und Prozesse.

Inhaltsübersicht

Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Materialienverzeichnis

Internetverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

  1. Einleitung
    1. Problemstellung
    2. Zielsetzung
    3. Methodik
    4. Begriffsbestimmungen
    5. Abgrenzungen
  2. Allgemeiner theoretischer Teil
    1. Einführung
    2. Abgrenzung der verschiedenen Vertragsverhältnisse
    3. Belegarztvertrag
    4. Folgerungen aus dem theoretischen Teil
  3. Praktischer Teil
    1. Allgemein
    2. Ergebnisse der Untersuchung
  4. Zusammenfassung und Empfehlungen
    1. Zusammenfassung der Ergebnisse
    2. Empfehlungen für die Praxis

Appendix

Fokus

Informationsmittel zum Belegarztsystem

Bewertung

Instruktive und erfreulich praxisorientierte Dissertation

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