Der Bundesrat (BR) hat an seiner Sitzung vom 30.06.2021 diskutiert, wie sich die Schweiz auf die Herbst- und Wintermonate und einen möglichen Wiederanstieg der Fallzahlen vorbereiten soll. Der Bericht enthält:

  • Verschiedene Szenarien
  • Überlegungen zum weiteren Vorgehen
  • Rasches Entdecken besorgniserregender Virusvarianten
  • Weiterführung der Impfkampagne
  • genügend Kapazitäten für das Testen
  • Contact Tracing in den Kantonen.

Im Einzelnen:

Ausgangslage

  • Die epidemiologische Lage in der Schweiz hat sich in den letzten Monaten stark verbessert.
  • Für die Entwicklung der Epidemie in den nächsten Monaten sieht der Bundesrat drei mögliche Szenarien:
    • Szenario 1
    • Szenario 2
    • Szenario 3
  • Allen drei Szenarien gemeinsam ist die Annahme, dass
    • das Virus längerfristig endemisch ist bzw. in der Bevölkerung zirkuliert;
    • über kurz oder lang viele Menschen mit dem Virus in Kontakt kommen und infiziert werden, wenn sie nicht durch eine Impfung geschützt sind.

Drei Szenarien für Herbst und Winter 2021/2022

  • Szenario 1 – Fallzahlen auf niedrigem Niveau
    • Im Szenario 1 bleiben die Fallzahlen auf einem niedrigen Niveau, wobei kleinere Ausbrüche weiterhin möglich bleiben:
      • Saisonal bedingte Fallzahlen, die nicht zu einer nennenswerten Belastung des Gesundheitswesens führen.
      • Aufhebung der noch bestehenden Massnahmen.
      • Die Krise wäre zu Ende.
  • Szenario 2 – Fallzahlen-Anstieg
    • Im Szenario 2 kommt es zu einem Fallzahlen-Anstieg, spätestens im Herbst oder Winter.
      • Gründe, zB
        • Anteil nicht geimpfter Personen
        • Aufhebung der Corona-Massnahmen
        • saisonale Effekte
        • Auftreten neuer, ansteckenderer Virusvarianten.
      • Ein Anstieg führt zu so starker Belastung des Gesundheitssystems, dass die Weiterführung oder Wiedereinführung gewisser staatlicher (Basis-)Massnahmen notwendig werden, zB
        • Maskenpflicht
        • Abstandsvorschriften
        • Auffrischimpfungen.
  • Szenario 3 – neue pandemische Welle
    • Im Szenario 3 treten eine oder mehrere neue Virusvarianten auf, gegen die eine Impfung oder durchgemachte Erkrankung nicht mehr oder deutlich weniger schützen:
      • Starkes staatliches Eingreifen
      • erneute Impfung.
  • Mittelfristplanung
    • Im Zentrum der vom BR besprochenen Mittelfristplanung von Bund und Kantonen steht Szenario 2 und nachgenannte Herausforderungen.

Fokus der Mittelfristplanung

Der BR befasste sich dabei mit folgenden Herausforderungen:

  • Rasche Entdeckung neuer besorgniserregender Virusvarianten
  • Erhöhung der Impfbereitschaft
  • Vorbereitung von Auffrischungsimpfungen (Auftrag an EDI)
  • Anpassung der Teststrategie
  • Erhaltung der Kapazitäten für Contact Tracing
  • Erhaltung der Kapazitäten des Gesundheitssystems
  • Frage nach dem Ende der besonderen Lage
  • Weitere Themen der Mittelfristplanung
    • Versorgung mit medizinischen Gütern
    • längerfristige gesellschaftliche Auswirkungen
    • internationale Aspekte
    • Einreisebestimmungen
    • Krisenorganisation
    • digitale Systeme
  • Erweiterung der SwissCovid App
  • Förderprogramm für Medikamente gegen Covid-19

Quelle

LawMedia Redaktionsteam

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