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Kindsrecht

Das seit dem 01.01.1978 in Kraft befindliche Kindsrecht richtete den Fokus nicht mehr auf das Bestrafen elterlichen Fehlverhaltens, sondern rückt das Kindeswohl als Eingriffsvoraussetzung und Entscheidungsmassstab für Kindesschutzmassnahmen in den Vordergrund.
Das Kindeswohl umfasst gemäss UN-Kinderrechtskonvention (von der Schweiz 1997 ratifiziert) mindestens sechs „basic needs“:

  • Ernährung und Versorgung
  • Erhaltung der Gesundheit
  • Schutz vor Gefahren
  • Zuwendung und Liebe
  • Stabile Bindung
  • Vermittlung von Wissen und Erfahrung.

Der Kindesschutz hat sich insgesamt an folgende fünf Leitsätze zu halten:

  1. Subsidiarität: kein Eingriff solange die Eltern von sich aus handeln oder freiwillig Hilfe in Anspruch nehmen;
  2. Komplementarität: blosse Ergänzung, nicht Ersetzung der elterlichen Fähigkeiten;
  3. Qualität: Eignung zur Förderung des Kindeswohls;
  4. Quantität: Erforderlichkeit der Massnahme und Bevorzugung der milderen Massnahme, sofern diese in etwa den gleichen Erfolg verspricht; und
  5. Proportionalität: Risiken der Massnahme müssen in einem vernünftigen Verhältnis zum erhofften Nutzen stehen.

Als Kindesschutzmassnahmen kommen (mit zunehmender Schwere des Eingriffs in die elterliche Erziehungsverantwortung in Betracht:

  1. geeignete Massnahmen
  2. die Beistandschaft
  3. die Aufhebung des Aufenthaltsbestimmungsrechts
  4. die Entziehung der elterlichen Sorge.

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