Vorsorge

Die Schweiz kennt das sog. „3-Säulen-Prinzip“ der Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge:

  1. Säule / AHV: Staatliche Vorsorge
    • Die 1. Säule betrifft die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), aber auch die Invalidenversicherung (IV), den Erwerbsersatz während des Dienstes (EO) und bei Mutterschaft und die Arbeitslosenversicherung (ALV)
  2. Säule: Berufliche Vorsorge
    • Zu versichern sind alle Arbeitnehmer, die schon in der 1. Säule versichert sind und einen bestimmten, von den Behörden jährlich festgelegten Betrag pro Jahr verdienen
    • Die obligatorische Versicherung beginnt mit dem Antritt des Arbeitsverhältnisses, frühestens ab dem 17. Altersjahr
    • Bis zum Erreichen des 24. Altersjahres decken die Beiträge einzig die Risiken von Tod und Invalidität
    • Ab dem 24. Altersjahr bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit wird zusätzlich für die Altersrente angespart
    • Nicht obligatorisch versichert sind Selbständigerwerbende und Arbeitnehmer mit einem befristeten Arbeitsvertrag von höchstens drei Monaten; sie können sich unter Umständen freiwillig für die Minimalvorsorge versichern
  3. Säule: Private Vorsorge
    • Die Säule 3a ermöglicht auf freiwilliger Basis eine individuelle und steuerbegünstigte Vorsorge für Erwerbstätige

Patientenverfügung

Mit der Patientenverfügung wird sichergestellt, dass der Wille des Betroffenen bezüglich medizinischen Massnahmen auch dann noch berücksichtigt wird, wenn er sich nicht mehr selbst äussern kann oder nicht mehr urteilsfähig ist.

Vorsorgeauftrag

Für den Fall, dass ein urteilsunfähiger Mensch eine Person benötigt, die seine Interessen wahrnimmt und ihm zur Seite steht, sieht das Gesetz dafür den Ehegatten oder den eingetragenen Partner vor; sie können die alltäglichen Dinge regeln.
Bei alleinstehenden Personen übernimmt die KESB diese Aufgaben von Anfang an oder bestimmt einen Beistand.
Die Person des Vertrauens kann aber auch im Voraus selber bestimmt werden: Das Instrument ist der sog. „Vorsorgeauftrag“.
Es gibt zwei Formen. 1. Eigene handschriftliche Errichtung des „Vorsorgeauftrags“ mit Datum und Unterschrift 2. Vorsorgeauftrags-Errichtung beim Notar.
Den Vorsorgeauftrag kann man selber aufbewahren, wenn er bei Bedarf schnell gefunden wird, oder er kann beim Zivilstandsamt oder je nach Kanton bei einer anderen Behörde (KESB, Familiengericht oder Amtsnotariat) hinterlegt werden.

Vollmacht

Ähnliche Wirkungen wie ein Vorsorgeauftrag kann eine Vollmacht haben. Es ist jedoch zu beachten, dass die Vollmacht das externe Legitimationspapier ist und für ein Handeln noch den „Auftrag“ oder die „Ermächtigung“ des Vollmachtgebers erfordert.

Nachlassplanung

Ohne Nachlassplanung gestaltet sich die ehegüterrechtliche und erbrechtliche Vermögensnachfolge nach Gesetz.

Bei Verheirateten, die unter dem gesetzlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung oder unter dem Gütergemeinschaft leben, kann der Ehegatte bei gemeinsamen Nachkommen für den Fall der Auflösung der Ehe durch Tod meistbegünstigt werden; zudem können – vorbehältlich des Pflichtteilsrechts – lebzeitig (durch Schenkung) oder letztwillig (mittels Testament oder Erbvertrag) begünstigt werden: Der Ehepartner, die Nachkommen oder Dritte.
Rechtzeitig sich Gedanken zu machen, kann sich empfehlen.

Die Dispositionsmittel sind Ehevertrag, Testament oder Erbvertrag. Für die Umsetzung des Erblasser-Willens bzw. den Vollzug der Erbteilung kann ein oder mehrere Willensvollstrecker eingesetzt werden.

Das Vermögen aus der zweiten und dritten Säule zählt nicht zur Erbmasse, ebenso Leistungen aus Lebensversicherungen, bei denen eine begünstigte Person eingesetzt wurde.

Der BVG-Mindestzinssatz bleibt bei 1%

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